Wie ich zur Musik kam

Ich mache Musik.

Bis vor kurzem war das noch nicht so, aber ich konnte mich auch nicht über ungenügende Auslastung oder mangelnde Optionen bei der Feierabendgestaltung beschweren. Details dazu werde ich bestööömmt demnächst in einem anderen Beitrag offenbaren. Ich war also ausgelastet, glücklich in meiner Welt und hatte das Spielen von Instrumenten mit der Verschrottung meines Keyboards (das vorher 10 Jahre auf einem Schrank verstaubt war) zum Umzug 2013 ad acta gelegt. Ich war nie sonderlich musikalisch, hatte aber schon immer etwas Rhythmus (hüstel).

Dann kam ein folgenschwerer Abend: Auf der Voigtschen Geburtstagsfeier wurde ich unter enormem Alkoholeinfluss von 2 Freunden/Bekannten/Gesichtern nach dem Ausruf “Wir gründen eine Mittelalterband!” befragt, ob ich denn ein Instrument spielte, oder zumindest rhythmisch bewandert wäre. Ersteres beantwortete ich mit “Noch nicht, …”, was mich direkt in den inneren Kreis katapultierte und aus dem Duo ein Trio machte. Zum Verständnis der nächsten Vorgänge sei erwähnt, dass eben erwähnte Menschen in aller unregelmäßigen Regelmäßigkeit meine Wege kreuzen und ich mal den einen, mal den anderen oder auch beide häufiger bei diversen Aktivitäten treffe. Nennen wir sie vorerst Dudelsack und Cello (bis ich die Erlaubnis eingeholt habe, sie beim Vornamen zu nennen).

Das Thema kam dann in den folgenden Wochen mehrmals auf, ohne konkrete Resultate zu liefern. Dann begab es sich, dass ich nach einem Geburtstagsgeschenk für mein Bruderherz suchte: etwas Aktives oder zumindest Aktivierendes, etwas das man mit anderen macht und das in ein Hobby münden könnte. Ich fand Kurse bei der Volkshochschule Dresden, wurde aber von seiner Unwilligkeit, irgendetwas Musikalisches zu tun, derbe enttäuscht.

Angestachelt von der Idee, mein jahrelang motivationslos gehegtes Vorhaben, einen Sport zu betreiben, durch das musikalische Unterfangen zu ersetzen und zwei Klappen mit einer Schlage zu erfliegen, buchte ich den Kurs kurzerhand für mich selbst: Workshop Trommeln für Anfänger.

Meine enthusiastisch vorgetragenen Neuigkeiten wurden direkt ebenso enthusiastisch aufgenommen und erwidert: Dudelsack hatte ebenfalls einen Workshop für Dudelsack gebucht und seine Übungströte (mehr dazu im nächsten Musik-Beitrag) intensiv getrötet. Und Cello hatte sein angestaubtes Cello entstaubt und sein ruhendes Potential geweckt.

Es wurde langsam ernst. Nächster Meilenstein war ein Besuch zur Mittelalter-Jam-Session im Club Traumtänzer. Erwartet hatte ich 6 bis 8 Musiker in einem kleinen Raum und ein wenig Publikum dazu. Erlebt habe ich 16 bis 20 Musiker in einem kleinen Raum, in den sich auch noch die eine oder andere Person Publikum quetschte. Und entgegen den durch die Überfüllung stark gesenkten Erwartungen klang das Ergebnis hervorragend. Wir waren begeistert und wollten selbst loslegen.

Meine Erlebnisse beim Trommelworkshop erhalten aufgrund des ausufernden Textumfangs einen eigenen Beitrag. In diesem wird auch erwähnt, wie ich zu drei Instrumenten kam.
Damit waren wir soweit vorbereitet (ein Cello, ein Dudelsack und ich, die Djembe), dass wir mit dem mittelalterlichen Musizieren fast loslegen konnten. Die Suche nach einem Probenraum verlief zunächst erfolglos. Dafür fand der Dudelsack für uns 4 mittelalterliche Lieder, die zunächst den Kern unseres gemeinsamen Repertoires bilden sollten. Mangels Raum bepackten wir mein Auto und fuhren in die Natur – genauer gesagt zum Windberg bei oder in Freital, den ich auf einem Oster-“Spaziergang” (so nannten sie die Wanderung damals) kennengelernt hatte. Wir fanden den Weg, sofort einen kleinen Parkplatz und nach kurzem Umherirren auch einen kleinen Flecken mitten im Wald, der zu allen Seiten mindestens (oder leider auch genau) 20m vom nächsten Weg entfernt war.
Dort übten wir nacheinander zusammen unsere 4 Stücke – und entgegen meinen Erwartungen von Problemen mit der Abstimmung, dem gemeinsamen Spiel, Tempo und was alles schief gehen könnte, kamen tatsächlich gemeinsame Töne zustande, die man als (noch etwas schiefe) Musik bezeichnen hätte können.

Das fetzte dermaßen, dass ein Wochenende später der nächste Wald (diesmal etwas abgelegener hinter Bannewitz) unsicher gemacht wurde. Dort besuchten uns nur 2 oder 3 Waldläufer, wir konnten also nahezu ungestört musizieren. Und es war Fortschritt erkennbar: Das Zusammenspiel der Instrumente war stellenweise als harmonisch zu bezeichnen.

Inzwischen entwickelte sich auch die Instrumentalisierung fort: Dudelsack hat sich einen ebensolchen bestellt (wird angefertigt, dauert über 8 Wochen) und Cello hat sich beraten lassen um sein Leasing-(Ja, sowas gibts)-Cello durch ein eigenes zu ersetzen. Und ich konzentriere mich stark auf mein inneres Chi um nicht weitere Klangkörper zu erwerben.

Einen Namen haben wir natürlich auch, aber der ist noch intern und geheim, bis die Domain registriert wurde oder wir einen besseren gefunden haben.

Das war die “kurze” Geschichte, wie ich zur Musik kam und nun freudestrahlend sagen kann: Ich mache Musik.
Sorry für den vielen Text, ich übe noch Kurzfassen.

Los geht’s!

PayDor, warum bloggst Du denn jetzt? 

Ich hab soooo viel zu erzählen und zu sagen, zu zeigen und überhaupt … und nicht genügend Ventile um das rauszulassen. Daher wird nun gebloggt. YAY!

PayDor, heisst Du nicht eigentlich Peter?

Ja. Weiter.

PayDor, über was willst Du bloggen?

  • Torten, denn davon produzieren meine Frau und ich zur Zeit immer wieder interessante Exemplare,
  • Musik, denn seit kurzer Zeit trommle ich mittelalterlich und bin mit 2 Verbündeten dabei eine gemeinsame Basis zu schaffen,
  • Basteln, denn irgendwie muss man sich ja ablenken,
  • Und alles dazwischen, drumherum und was mir sonst so passiert.

PayDor, wie siehst Du denn heute wieder aus?

 

Die wundervolle Person neben mir ist natürlich meine holde Angetraute, meine Frau Alexandra. Und wenn ich zerknirscht dreinschaue, liegt das an der morgendlichen Uhrzeit. Oder am Kostüm. Und wie man oben unschwer feststellen kann, liebe ich Minions. Poopaye!

PayDor, wann geht’s denn so richtig los?

Stress net. Immer mit der Ruhe. Wird schon. Und siehe unten (bzw. oben, oder auch rechts).